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Heute Nacht/Morgen in den 12 Uhr Nachrichten der Schweizer Sendung ,,SF 10 vor 10“ auf dem Sender 3Sat hat jemand aus unserem Spread the Revolution etwas gesehen, wozu hier Stellung bezogen werden muss:

Unter anderen wurde darin in einem etwa 2 minütigen Beitrag über Ausschreitungen linksradikaler ,,Randalierer“ im Widerstand gegen die rechtsradikale Partei SVP berichtet, die unter anderem mit folgendem Wahlplakat auftrumpft:


Eine Deutung dessen ist hier nicht von Nöten. Wir wollen an dieser Stelle (noch) kein weiteres Wort über diese rassistische und postfaschistische Partei verlieren, denn das Thema dieses Beitrages soll ein anderes sein.

Hier der Link zu dem Video:

http://www.sf.tv/sf1/10vor10/

Schon zu Beginn des Berichts leitete der Moderator der Nachrichtensendung den Beitrag mit den Worten (O-Ton):

,,Das gewälttatige Chaoten am Samstag in Bern eine SF-Kundgebung brutal angriffen hat nicht nur in der Schweiz für besorgte Schlagzeilen gesorgt. Das Thema findet sich mit Bild heute auf der Frontseite der New York Times.“

Unverkennbar wird also schon mit dem einleitenden Satz der Sendung und ihr Schwerpunkt festgelegt – Krawallmacher des Schwarzen Blocks (dank der medialen Vorarbeitung und der getroffenen Formulierung assoziiert jeder Bürger sogleich die Ausschreitungen zum G8-Gipfel und hat damit ein vorgefestigtes Bild im Kopf) haben wieder einmal für Randale gesorgt. Die wohl eher ironisch gemeinte Frage, was den los sei, in der Schweizer Politik wirkt an dieser Stelle völlig deplaziert. Betont wird, man mache sich nun vor allem Gedanken über das mangelhafte Vorgehen der Polizei, denn schließlich stünde ja die EM 2008 im Lande an. Nach dieser nahezu propagandistischen Einleitungsrede kommen mehrere amerikanische und österreichische Passanten zu Wort, welche die bis zum Samstag stabile Demokratie sowie die kleinbürgerliche Ruhe und Unauffälligkeit der Schweiz erwähnen und loben. Was folgt sind Bilder von ,,randalierenden Hooligans“, welche mehrere Autos in Brand setzten und gewalttätig gegen – ja gegen was den überhaupt ? (siehe weiter unten), vorgehen und ein ca. 50 jähriger Passant, der unser gutbürgerlicher Herr Papa oder Opa sein könnte, der einem Autonomen in die Magengrube schlägt. Kommentiert werden diese Szenen mit ,,Passanten am Rande der Ausschreitungen greifen ein, doch die Polizei ist weit und breit nicht zu sehen.“ Anschließend folgt ein Interview mit einem Berner Polizeibeauftragten, der klarstellt, dass die Ausschreitungen nicht mit den Sicherheitsvorkehrungen bezüglich der EM 2008 in Verbindung gebracht werden können. Weiterhin ist die Rede von einem Europameisterschaftsauschschluss, der nun dringender als zuvor die Sicherheitsmaßnahmen zur EM 08 debattiert.

Weder verliert der Beitrag ein Wort über die Gründe der Ausschreitungen, noch über die Institutionen oder Sachgegenstände, gegen welche Gewalt angewandt wurde und geschweige den über die SVP. Denn dann müsste man sich ja mit dem Kontext der politischen Entwicklung in der Schweiz beschäftigen, in der laut letzten Umfragen 30 % der Bürger die SVP wählen würden, und das könnte zu unangenehmen Wahrheiten (und somit zu weit) führen. Da beschränkt man sich doch lieber auf eine Debatte um ein (inter)nationales Sportereignis. Doch schon allein der lächerliche Versuch des Beitrages, einen politischen Kontext mit der EM 08 in Verbindung zu bringen zeugt von seinem mangelnden Informations – und Recherchewillen. Viel mehr tat man wohl gut daran, erneut gegen antifaschistischen Widerstand zu hetzen, der, wohl gemerkt, der einzige Widerstand in der ganzen Schweiz gegen den von der SVP propagierten Fremdenhass ist.

Was ist aber eigentlich passiert?

vom 27. bis 31. Oktober 1922 und Hitlers Am 6. Oktober 2007 wollte die SVP zwei Wochen vor den National- und Ständeratswahlen einen „Marsch auf Bern“ durchführen – der letzte wurde vor 70 Jahren am 23. Mai 1937 von der «Nationalen Front» organisiert. Doch die SVP spielte mit ihrer Wortwahl noch auf zwei weitere historische Ereignisse an: Mussolinis „Marsch auf Rom“„Marsch auf Berlin“ am 9. November 1923. Bereits vor sieben Monaten ließ sich die SVP ihren „Marsch auf Bern“ bewilligen und schloss damit ihre strategische Wahlplanung ab. Er sollte der Höhepunkt des diesjährigen Wahlkampfs werden und als Plattform für die rassistische Wahlpropaganda dienen. Das Phänomen von Massenmobilisierungen anlässlich von Wahlen ist für die Schweiz ein sehr untypischer Akt. Jedoch spiegelt sich im gesamten Wahlkampf ein verändertes politische Klima. Einerseits rief das Komitee „Das schwarze Schaf“ zu einer Gegenkundgebung auf dem Münsterplatz auf , andererseits hatten verschiedene Organisationen, zu direkten Aktionen gegen den SVP-Marsch aufgerufen.

Auf dem Münsterplatz fand ab 12 Uhr bis ca. 18.30 Uhr ein sehr gut besuchtes Fest gegen Rassismus statt. Zwischen den Konzerten, gab es verschiedene Redebeiträge und Statements.Währenddessen fanden verschiedene, zum Teil militante Aktionen gegen den Aufmarsch der SVP statt. Das Konzept erwies sich dabei als äußerst erfolgreich, so konnte der Aufmarsch der SVP verhindert werden und diese konnte sich bei der Nydeggbrücke nur im Kreise drehen.

Die etwa 5000 aus der ganzen Schweiz angereisten SVP-Anhänger befanden sich am frühen Nachmittag beim Bärengraben am Rande der unteren Altstadt. Es kam zu ersten Zusammenstössen mit der Polizei, die Tränengas und Gummigeschosse einsetzte. Dennoch gelang es nicht, den Weg für den SVP-Marsch mit dem rassistischen Bundesrat Christoph Blocher an der Spitze zum Bundesplatz freizumachen. Die SVP kehrte nach Verhandlungen mit der Polizei schliesslich in die Nähe des Bärengrabens zurück, und hielt dort ihre Wahlfeier in reduzierter Form ab.

Unterdessen hatte eine Gruppe von 50 bis 100 Autonomen den Bundesplatz in einer Blitzaktion gestürmt, die Infrastruktur des SVP-Festes zerstört und einen Kleinlastwagen in Brand gesteckt.

Das muss mensch sich nun mal vor Augen halten, aus eine Gegenveranstaltung und effektiven Störung von 5.000 Rechtsextremen Anhängern der Schweizer Partei SVP sowie ihrer Festinfastruktur wird zu sinnlosen Krawallen hochsterelisiert. Hier wird ganz klar Recht zu Unrecht gemacht. Bilder von einem brennenden Kleinlaster und Krawallen werden kommentarlos im Raum stehen gelassen und durch einen falschen bzw. nicht vorhandenen politischen Kontext verklärt.

Ein Artikel dazu unter:

http://de.indymedia.org/2007/10/196346.shtml

Dies zeigt zweierlei Dinge:

Zum einen, dass die politische Situation in der Schweiz höchstbrisant ist, wenn die Medien rechtsradikale und politische Inhalte im allgemeinen noch nicht mal erwähnen.

Zum Anderen dürfte es uns allen nichts Neues sein, das Presse und Medien schon lange nicht mehr informieren, sondern manipulieren und verblenden. In welchem erschreckenden Ausmaß ihr das allerdings gelingt, nämlich, das ein Schweizer Durchschnittsbürger in rasender Aggression einen Autonomen schlägt, wird nun umso deutlicher den je. Der Einspruch, wäge man den Schlag des Mannes mit der Gewalt der Autonomen ab, wäre dieser von keinerlei Bedeutung, ist in sofern verquer, als das er den antifaschistischen Widerstand gegen einen gesellschaftlichen Rassismus mit einem medianmanipulierten bürgerlichen Aggressor auf eine Stufe stellt. Wir sagen jedoch, gezielte antifaschistische Militanz gegen eine rechtsextreme Partei, die laut ihrem berühmten Wahlplakat Andersfarbige aus der Schweiz abschieben oder sogar prügeln (mensch es interpretiere wie er will) will, ist nicht vergleichbar mit manipulierter und aufgehetzter bürgerlicher Aggression gegen solch ein engagiertes und jugendlich elanvolles antifaschistisches Vorgehen. Wer weiß, mit großer Wahrscheinlichkeit ist der ältere Herr auch einer der ersten, die ihn der Wahlkabine ihr Kreuz bei der SVP machen und vielleicht ist mit dem schwarzen Schaf auch die linksautonome Szene gemeint. In diesem Fall hat unser faschistoider ,,Durchschnittsbürger“ das Wahlplakat wohl zu wörtlich genommen, falls dies überhaupt möglich ist. Umso interessanter wird der bullige Typ mit der Tatöwierung, der einen Antifaschisten mit dem Knie auf dem Hinrerkopf auf den Asphalt drückt. Im Hintergrund ist die Schweizer Nationalflagge zu erkennen.

Die linke Szene sollte sich über der Bewusstwerdung der ständigen Repressionen hinaus vor allem nicht in den Strom einer Stagnation und Resignation treiben lassen, der ihr suggeriert, die Medienhetze sei immer die gleiche polit-manipulatorische Strategie und mensch könne nichts dagegen tun. Richtig ist, dass Presse und Staat gezielt und andauernd gegen antifaschistische und linke Strukturen im allgemeinen hetzen, um die bestehenden Ausbeutungsverhältnisse erhalten zu können. Falsch wäre es allerdings, dies zu akzeptieren und sich damit abzufinden, denn diese Akzeptanz schafft ein Mentalitätsklima innerhalb der Gesellschaft, in dem es möglich ist, das ein alter konservativer Spießbürger einen Menschen schlägt, der sich gegen den immer weiter ausbreitenden und tieferwurzelnden Rassismus und Faschismus in seinem Land einsetzt.

Siehe ergänzend:

http://de.indymedia.org/2007/10/196800.shtml (Allgemeine Zusammenfassung der überregioanlen Hetze gegen die Gegendeomnstranten)

http://ch.indymedia.org/de/2007/10/53372.shtml (Lügen zur medialen Manipulation)

http://switzerland.indymedia.org/demix/2007/10/53152.shtml

http://www.20min.ch/day/story/31987802 (Chaos statt SVP-Fest)

Ein zweites Video zeigt erneute wie ein anderer älterer Herr, auf einen festgehaltenen Antifaschisten einschlägt (siehe ca.2.30 Minute):

http://www.youtube.com/watch?v=Msn4F0jHf2k&mode=related&search=

 

 

Solange Recht zu Unrecht gemacht wird, und Unrecht zu Recht;

Solange gezielte antifaschistische Militanz zu blinden Krawallen und Straftaten abgestempelt wird, um Faschismus politisch salonfähig zu machen;

Solange noch 30 % der Schweizer Bürger die SVP wählen, ja solange es die SVP und den gesellschaftlich verwurzelten Rassismus gepaart mit Nationalismus noch gibt, so lange werden wir nicht aufhören, unseren lautstarken Widerstand auf die Straße zu tragen und nationalsozialistische Feste und Infastrukturen gezielt zu zerlegen, um Nazisveranstaltungen zu smashen!

In diesem Sinne,

Presse und Medien bloßstellen!

Manipulation und Hetze gegen die gesamte Linke offensiv bekämpfen!

Standhaft bleiben im Kampf gegen Faschismus!

Keine Gesellschaftsklimaschaffung für unpolitisch prügelnde Spießbürger!

(Don’t) Hate the media,

Become the media.

 

Fight Facism and Spread the Revolution.