G13

Die Aktion Grøndalsvænge Allé 13 (Aktion G13) ist eine langfristige Initiative mehrerer Vebrände und Organisationen für ein neues Ungdomshuset im Kopenhagener Stadtteil Nørrebro. Das ,,Ungdsomhuset“ (zu deutsch: Jugendhaus) war am 1. März 2007 von den Politiets Aktionsstyrke (AKS), der dänischen Antiterror-Einheit, geräumt worden, nachdem Stadt es an eine christlich – fundementalistische Sekte, genannt ,,Faderhus“ (Vaterhaus) verkauft hatte. Diese predigt und lebt Homophobie, Sexismus und Rassismus. Dies allerdings scheint der Kopenhagener Bürgermeisterin alle mal lieber zu sein, als jene Jugendlichen, für welches das Ungdomshuset das Zuhause darstellt. Praktisch lassen sich die einstigen Bewohner und UnterstützerInnen des Ungdomshuset vor allem dem linken, aber auch linksradikalen Spektrum zuordnen und führen daher einenKampf gegen alltägliche Homphobie, Sexismus, Rassismus und Antisemitismus – im Kontrast zu der Vaderhus-Sekte. Diese hatten öffentlich zur Verteidigung des Jugendhauses mit allen Mitteln (Barrikaden und Militanz eingeschlossen) aufgerufen. Durch das brutale und gnadenlose Vorgehen der dänischen Sondereinheiten verebbte der Widerstand allerdings bereits nach 4 Tagen und am Morgen des 5. März wurde das Haus unter dem lautstarken Protest von tausenden Menschen, für die das Ungdomshuset ihre Heimat war, abgerissen.

Das neue Ungdomshuset, die Grøndalsvænge Allé 13, welches dauerhaft besetzt werden soll, konnte im Rahmen einer dafür eigens veranstalteten Demonstration am 06.10. leider nur für mehrere Stunden besetzt gehalten werden. Das Haus befindet sich im Nord-West-Bezirk von Kopenhagen (Nordvestkvarteret) in der Nähe der S-Bahn-Station Fuglebakken. Es ist ähnlich groß wie das Ungdomshuset in der Jagtvej 69, hat einen großen Garten und gehört der Stadt. Die Polizei setzte zur Räumung, aber auch während der gesamten Demonstration massive Gewalt, besonders in Form exzessiven Gebrauchs von Tränengas, ein. Laut Polizei wurden 436 Leute verhaftet, der Großteil musste jedoch nach dänischem Polizeigesetz nach sechs Stunden wieder freigelassen werden. Dies stellt die größte Maßenverhaftung in der dänsichen Geschichte da.

Vor allem aber zeigte sich durch die kreative Aktionen und transparente Planung, dass es nicht nur randalierende Chaoten sind, die für ihre Rechte eintreten, sondern eben jene jugendlche und alternatiive Menschen, die mit friedlichen Mitteln diese Demo zu einem Höhepunkt machten und zeigten, dass einzig allein die Polizei die Gewalt ausübte. Die Demonstranten hielten sich die gesamte Zeit über an das Motto, die Hausbesetzung mit weitgehend friedlichen Mitteln durchzuführen, lediglich das Durchbrechen von Polizeikettenlöchern, ohne Gewalt auf die Polizisten auszüben oder sie gar verletzen zu wollen. Verhältnissmäßiges und gezielt eingesetztes ,,Schubsen“ mit gereleter Kraft und in geregeltem Maß, um das Gelände zu Besetzen gilt hierbei, als einzig nennenswerte Militanz.

Weiterhin hat die Aktion auch moralische und vor allem politische Dinge ins Rollen gebracht, die mit dem alten Ungdomshus gar nicht so offensichtlich waren oder durch Medien, Polizei, Politik usw. z.t. extrem verfälscht wurden. Am 06.10 war dies nicht der Fall, Ausenstehende, Medien und auch die internationale Presse bekamen ein ungescholltenes Bild auf den dänischen Plozei(prügel)alltag.

Auch von den Veranstaltern wurde betont, dass die Hausbesetzung nach Plan und Organisation friedlich ablief, so wollte man der Presse doch kein bild für Medienhetze gegen die üblichen Randalierer geben (siehe dazu So soll unter G13 unser neues Ungdomshuset besetzt werden), und dennoch haderte die Polizei nicht mit Tränengas und brutalem Schlagstockeinsatz.

Weitere Infos, Videos und der Life-Ticker des Tages der verübergehenden Besetzung auf

http://ungeren.wordpress.com (deutsch)

http://ungeren.dk/(deutsch)

http://modkraft.dk/(dänisch)

Bilder unter:

http://politiken.dk/fotografier/article390057.ece?service=gallery&start=1

http://politiken.dk/fotografier/article390019.ece

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